ⓘ Unabhängige Informationsseite — keine offizielle Ticketverkaufsseite

Höhe des Campanile di San Marco: 98,6 Meter

Wie hoch ist der «Hausherr» wirklich, wie ist er aufgebaut, die fünf Glocken und der goldene Engel, der sich im Wind dreht. Zahlen, Wissenswertes und die Aussicht, die Sie oben erwartet.

ⓘ Inoffizielle Website — Hinweis lesen
📏
Gesamthöhe
98,6 m
Bis zur Engelsspitze
🧱
Seitenlänge des Schafts
12 m
Quadratische Grundfläche aus Ziegeln
🔔
Glocken
5
Die größte ist die Marangona
🛗
Aufzug
~30 Sek.
Bis zum Glockenstuhl
Die Zahlen

Wie hoch ist der Campanile di San Marco

Der Campanile di San Marco ist 98,6 Meter hoch (das entspricht etwa 323 Fuß) und ist das höchste Gebäude Venedigs. Zum Vergleich: Er überragt die meisten italienischen Glockentürme, und in einer Stadt, in der fast alles flach und waagerecht ist, ragt er wie ein Orientierungspunkt auf, der kilometerweit zu sehen ist – vom Festland bis auf das offene Meer.

Der Aufbau folgt einem klaren Schema. Ein Ziegelschaft mit quadratischer Grundfläche von etwa 12 Metern Seitenlänge erstreckt sich über den größten Teil der Höhe. Darüber befindet sich der Glockenstuhl, aus weißem Istrianischen Stein mit den großen Bogenöffnungen, aus denen die Glocken herausragen. Noch höher folgt ein Würfel (dado), der mit Löwen und der Allegorie Venedigs verziert ist. Schließlich krönt eine Pyramidenspitze den Turm, an deren Spitze der goldene Engel thront.

Der Campanile di San Marco von der Lagune aus gesehen, mit Glockenstuhl und Pyramidenspitze
Die Silhouette des Campanile von der Lagune: Ziegelschaft, weißer Steinglockenstuhl und grüne Spitze.

Aufbau von unten nach oben

  • Der Schaft (0–~50 m): Der Ziegelkern, schlicht und massiv, ist die älteste bauliche Substanz. Hier fährt der Aufzug.
  • Der Glockenstuhl (~50 m): Der für Besucher zugängliche Aussichtspunkt mit Bögen auf allen vier Seiten. Von hier genießt man den Ausblick.
  • Der Würfel (dado): Der Block über dem Glockenstuhl, verziert mit Löwenpaaren und der Darstellung von Gerechtigkeit / Venezia.
  • Die Spitze und der Engel: Die grüne Pyramidennadel, gekrönt von der vergoldeten Statue des Erzengels Gabriel.

Der goldene Engel, der den Wind anzeigt

Auf dem Campanile, in fast 99 Metern Höhe, dreht sich eine Statue des Erzengels Gabriel, überzogen mit vergoldetem Kupfer. Sie funktioniert wie eine große Wetterfahne: Sie dreht sich mit dem Wind. Für die Venezianer ist sie nicht nur Schmuck, sondern fast ein meteorologisches Orakel.

Eine Engelstatue wurde bereits 1513 auf dem Gipfel angebracht; die heutige geht auf ein im 19. Jahrhundert erneuertes Modell zurück. Wenn der Engel in der Sonne über der Lagune leuchtet, ist es eines der bekanntesten Bilder Venedigs.

Wissenswertes: Es heißt, solange der goldene Engel zur Basilika schaut, sei Venedig in Sicherheit. Eine Legende gewiss – aber nachzuschauen, in welche Richtung er zeigt, ist die erste Geste vieler Venezianer, wenn sie die Augen zum Turm heben.

Die fünf Glocken und ihre Namen

Im Glockenstuhl hängen fünf Glocken, jede mit einem Namen und einer festen Funktion im Leben der venezianischen Republik. Sie waren die akustische Tagesordnung der Stadt:

GlockeHistorische Aufgabe
MarangonaDie größte: Sie läutete den Beginn und das Ende des Arbeitstags der Handwerker (die marangoni, die Schreiner).
NonaLäutete mittags (die «None»-Stunde).
TrottieraRief die Adligen in den Dogenpalast: Sie mussten «im Trab» zur Sitzung eilen.
Mezza terza / PregadiKündigte die Senatssitzungen an.
Renghiera (Maleficio)Die kleinste: Sie kündigte Hinrichtungen an.

Als der Turm 1902 einstürzte, überlebte als einzige die Marangona unversehrt; die anderen wurden neu gegossen und wieder aufgehängt. Wenn Sie mehr über diesen Einsturz und den Wiederaufbau erfahren möchten, lesen Sie die Seite zur Geschichte.

Die Aussicht von oben: Was sieht man?

In 50 Metern Höhe bietet der Glockenstuhl einen Blick, der die Art und Weise verändert, wie man Venedig betrachtet. Von oben zeigt die Stadt ihre verborgene Geometrie: die roten Ziegeldächer, die Campi, die Kanäle, die sie wie silberne Risse durchziehen.

  • Nach Süden: Das Becken von San Marco, die Insel San Giorgio Maggiore mit ihrem Zwillingsturm, die Giudecca.
  • Nach Osten: Die Gärten, der Lido und der schmale Streifen, der die Lagune vom Meer trennt.
  • Nach Norden: Das dichte Stadtgefüge bis Murano und, bei klarer Sicht, die Alpen am Horizont.
  • Nach unten: Der Platz, die Basilika mit ihren Kuppeln und der Dogenpalast.
Zu wissen: Vom Turm aus sieht man die Vier Pferde der Basilika nicht aus der Nähe, aber man hat die beste Gesamtperspektive auf die Piazza San Marco, die vom Boden aus unmöglich ist.
G
Die Redaktion
Unabhängiger Venedig-Reiseführer

«Ich empfehle immer, erst ein bisschen durch Venedig zu laufen und dann hinaufzusteigen. Von oben erkennt man die Campi und Brücken, über die man gegangen ist: Die Stadt bekommt einen Sinn, der sich unten in den engen Gassen verliert.»

Häufige Fragen

Höhe und Aufbau: häufige Zweifel

Wie hoch ist der Campanile di San Marco?
98,6 Meter (323 Fuß). Er ist das höchste Gebäude Venedigs. Der Ziegelschaft hat eine quadratische Grundfläche mit einer Seitenlänge von etwa 12 Metern.
Wie hoch gelangt der Besucher?
Zum Glockenstuhl, in etwa 50 Metern Höhe über dem Boden. Das ist der Aussichtspunkt mit den großen Bogenöffnungen auf allen vier Seiten.
Geht man zu Fuß hinauf?
Nein: Man fährt mit dem Aufzug, der den Glockenstuhl in etwa 30 Sekunden erreicht. Für die Öffentlichkeit sind keine Treppen zugänglich, anders als bei anderen venezianischen Glockentürmen.
Ist es derselbe Turm wie auf San Giorgio Maggiore?
Nein, es sind zwei verschiedene Türme. Der von San Giorgio Maggiore, auf der gegenüberliegenden Insel, ähnelt ihm und ist ebenfalls ein Aussichtspunkt, aber der Campanile di San Marco steht auf der Piazza San Marco und ist höher.

Die 98,6 Meter selbst erleben

Fahren Sie mit dem Aufzug zum Glockenstuhl und genießen Sie den 360°-Blick über Venedig und die Lagune.

Verfügbarkeit und Preise prüfen